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Überwachung des militärischen Flugbetriebs

Die Überwachung des militärischen Flugbetriebs über dem Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland ist ein zentraler Auftrag der Flugbetriebs- und Informationszentrale der Bundeswehr, dieser wird durch zwei Arbeitsbereiche unter Nutzung eines eigens zu diesem Zweck entwickelten Datenerfassungs- und Auswertesystems wahrgenommen:

Zentrale Datenbank für den militärischen Flugbetrieb

In der Zentralen Datenbank für den militärischen Flugbetrieb (ZDmF) werden permanent, 365 Tage im Jahr und 24 Stunden täglich, alle Flugbewegungen über Deutschland erfasst und gespeichert. Bei militärischen Luftfahrzeugen werden alle militärischen Flugbewegungen von niedrigen bis in großen Höhen erfasst. Ein Netz aus zivilen und militärischen Radarsensoren, welche mit ihren Erfassungsbereichen das gesamte Bundesgebiet abdecken, liefert die dafür notwendigen Daten. Radarlücken sind aufgrund physikalischer Gegebenheiten z.B. vereinzelt in Tälern und Senken möglich.

Radar-Erfassungsbereiche (Quelle: LufABw)Größere Abbildung anzeigen

Die Radardaten werden für drei Jahre gespeichert und stehen somit auch zur Beantwortung von späteren Anfragen zur Verfügung. Diese Daten sind aufgrund ihrer Aufbereitung nicht veränderbar und behalten somit ihre Beweiskraft. Neben den Radardaten werden in der ZDmF weitere flugbetrieblich relevante Informationen gespeichert. Dazu gehören: Flugpläne, Wettermeldungen, Luftraumstruktur, Vorschriften etc.

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Zentrale Flugüberwachung

Die FLIZ untersucht Flugbewegungen nicht nur auf Anfragen, sondern hat darüber hinaus den Auftrag, militärischen Flugbetrieb stichprobenartig zu kontrollieren, insbesondere Tiefflüge. Sie arbeitet hier also ähnlich der Radarkontrollen der Polizei. Seit Herbst 2006 betreibt die Bundeswehr die Zentrale Flugüberwachung (ZFÜ) des militärischen Flugbetriebes auf Grundlage der in der ZDmF erfassten Daten. Seitdem kann der gesamte militärische Flugbetrieb nahezu ohne räumliche Einschränkung vom Standort in Köln-Wahn aus überwacht werden.

Der Überwachungsauftrag kann dabei flexibel an die Tageslage angepasst werden. Abhängig vom Übungsflugbetrieb werden so zum Beispiel auch regional und zeitlich begrenzte Schwerpunktüberwachungen durchgeführt; wie im Falle von Luftwaffenübungen oder zivilen Großereignissen (z.B. Die Überwachung eines gesperrten Luftraumes über dem Oktoberfest/München). An zwei Arbeitsstationen werden alle militärischen Flugbewegungen beobachtet, protokolliert und auf die Einhaltung der flugbetrieblichen Bestimmungen hin beurteilt. Flüge mit besonderem Tiefflugauftrag werden hinsichtlich der Einhaltung von Mindestflughöhe, Geschwindigkeit, geplanter Route und genehmigter Tiefflugzeit überwacht. Die durch ZFÜ festgestellten mutmaßlichen Abweichungen im Flugbetrieb werden an den Bereich Tracer zur weiteren Prüfung weitergeleitet.

Tracer (engl. Tracing = nachvollziehen, verfolgen)
Tracer nennt sich der Teil der FLIZ, der konkrete Beispiele aus dem militärischen Flugbetreib untersucht und dabei auf die in der ZDmF gespeicherten Daten zurückgreift.
Anlässe für Untersuchungen ergeben sich durch:

  • Schriftliche Anfragen bzw. Beschwerden und Schadensmeldungen (möglicherweise durch Tiefflug verursacht), sogenannte Bürgeranfragen
  • Anfragen aus dem Bereich der öffentlichen Medien
  • Meldungen zu Vorfällen im Flugbetrieb (z. B. durch Besatzungen von Luftfahrzeugen oder luftfahrzeugtechnisches Personal)
  • Anfragen aus dem parlamentarischen Bereich
  • Meldungen der Zentralen Flugüberwachung

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TRACER

Zu den unterschiedlichen Vorfällen und im Rahmen der Amtshilfe werden ausführliche belastbare Dokumentationen und Untersuchungsberichte erstellt und an die jeweilige Behörde weitergegeben. Luftfahrzeuge auf einem Übungstiefflug werden häufig als extrem laut und ungewöhnlich schnell empfunden. Aufgrund einer konkret mitgeteilten Flugbeobachtung (Datum, Uhrzeit, Ort, Standpunkt des Beobachters, Beschreibung des Flugmanövers, der Luftfahrzeuge) können die entsprechend gespeicherten Radardaten untersucht werden. Flugroute, Flughöhe und Geschwindigkeit des betreffenden Flugzeuges oder mehrerer Luftfahrzeuge werden genau auf einem elektronischen Kartenhintergrund rekonstruiert.

Gleichzeitig werden die dazugehörigen Informationen aus dem Flugplan, die vorherrschenden Wetterbedingungen und die allgemeine Luftraumstruktur berücksichtigt. Die relevanten Daten werden zusammengetragen, bewertet und vor dem Hintergrund geltender Vorschriften beurteilt. Anschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst und schriftlich der Person oder Institution erläutert, die zur Flugbeobachtung eine Anfrage gestellt hat. Wird im Rahmen der Auswertung festgestellt, dass geltende Regeln oder Vorschriften durch die Luftfahrzeugbesatzungen nicht beachtet wurden, setzt dieser Vorgang als mutmaßlicher Verstoß weitere Verfolgung in Gang.

Sollte schließlich schuldhaftes Verhalten nachgewiesen werden, kann dies zur disziplinaren Ahndung führen. Ein vermehrtes regionales Aufkommen von Anfragen zu militärischen Flugbewegungen, die z. B. beim Bürgertelefon ankommen, wird ebenfalls zur Überprüfung an Tracer weitergegeben. Durch Flugdichteanalysen können so Schwerpunkte im militärischen Flugbetrieb erkannt werden. Diese werden der zuständigen Kommandobehörde übermittelt, um daraus Empfehlungen an die fliegenden Geschwader zur Verlagerung des Flugaufkommens zu veranlassen. Die Veränderung bestehender An- und Abflugrouten im Bereich von Flugplätzen setzt allerdings immer die technisch-physikalische und fliegerische Umsetzbarkeit voraus.

Wir empfehlen Ihnen, sich einfach schriftlich – per Email – an die zu wenden, wenn Sie Fragen zum militärischen Flugbetrieb allgemein oder zu konkreten Flugbeobachtungen haben. So können Sie sich vergewissern, ob die beobachteten Flüge unter Beachtung von Gesetzen und Vorschriften durchgeführt wurden.

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Stand vom: 03.07.17


http://www.luftfahrtamt.bundeswehr.de/portal/poc/lufabw?uri=ci%3Abw.lufabw.buergerservice.militaerischerflugbetrieb.ueberwachungflugbetrieb