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Militärische Lufträume

Im Gegensatz zum Straßen- und Schienennetz am Boden ist der „Verkehrsraum Luft“ dreidimensional. Dies erfordert organisatorisch gesehen eine völlig andere Planung des Verkehrsflusses. So sind Lufträume und gestaffelte Luftstraßen eingerichtet worden, um das stetig steigende Flugverkehrsaufkommen unfall- und konfliktfrei regeln zu können. Das hat auch Auswirkungen auf den militärischen Flugbetrieb, der einerseits den zivilen Flugbetrieb nicht beeinträchtigen darf, andererseits Luftraum benötigt für Ausbildung, Übung und realitätsnahes Trainieren von möglichen Einsatzszenarien.

So fordert die hohe Flugverkehrsdichte über der Bundesrepublik Deutschland Konsequenzen für den militärischen Flugbetrieb der Bundeswehr und der hier stationierten und trainierenden internationalen Luftstreitkräfte. Aus diesem Grund sind im deutschen Luftraum mehrere Gebiete eingerichtet, die ausschließlich militärischen Flugbewegungen vorbehalten sind. Einige davon werden nur bei „Bedarf“ aktiviert, andere sind dauerhaft vorhanden. Der Begriff „Luftraum“ beschreibt eine dreidimensionale Zone, deren Grenzen hinsichtlich ihrer horizontalen und vertikalen Ausdehnung genau festgelegt ist und in der besondere Regeln gelten.

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Zeitweilig reservierte Lufträume (Temporary Reserved Airspace-TRA)

Für verschiedene Übungsflugvorhaben, insbesondere von Abfangjägern ist es unerlässlich, bestimmte Lufträume für den Zeitraum dieses Trainings von Verkehrsflugzeugen komplett freizuhalten. Nur unter dieser Voraussetzung können diese Übungen effektiv und vor allem sicher durchgeführt werden, da sie in der Regel viel Platz erfordern. Zu diesem Zweck sind in Deutschland spezielle Lufträume eingerichtet, die bei Bedarf für einen bestimmten Zeitraum aktiviert, bzw. für den militärischen Flugbetrieb reserviert werden. Dies sind die sogenannten Temporary Reserved Airspace, kurz TRA.

Während der Aktivierungszeit dürfen sich nur noch dafür freigegebene Luftfahrzeuge in diesem Luftraum aufhalten. Während der Nutzung der TRA ist der zuständige Fluglotse dafür verantwortlich, dass die dort geltenden Bestimmungen eingehalten werden. Nach Beendigung der jeweiligen Übung und dem Ausfliegen der angemeldeten Luftfahrzeuge wird die TRA entweder deaktiviert oder dem nächsten Nutzer zugeteilt.

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Nachttiefflugsystem (Night Low Level Flying System-NLFS)

Im Gegensatz zu Tiefflügen am Tag, die prinzipiell weder an Strecken noch an Sonderzonenregelungen gebunden sind, existiert für Tiefflüge bei Nacht ein speziell dafür festgelegtes Routennetz in Deutschland. Dieses Nachttiefflugsystem Night Low Level Flying System, kurz NLFS umfasst ein Netz aus Flugkorridoren, die bei Bedarf für Tiefflugübungen bei Nacht aktiviert werden. Bei der Konzeption der Korridore wurde vor allem auf bewohnte Gebiete und bestimmte Hindernisse Rücksicht genommen.

Die Mindestflughöhe in den Korridoren beträgt 1.000 Fuß (ca. 300m) über Grund, die Breite der Korridore ist auf 5 Nautische Meilen (ca. 9,3 km) festgelegt. Wie bei anderen Sonderlufträumen ist das Einfliegen in diese Korridore innerhalb der Aktivierungszeiten nur angemeldeten Luftfahrzeugen erlaubt. Um die Lärmbelastung auf ein Minimum zu reduzieren, ist die Nutzung des NLFS nur von Montag bis Donnerstag zwischen 30 Minuten nach Sonnenuntergang und Mitternacht zulässig. In den Sommermonaten wird das NLFS in der Regel nicht genutzt.

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Stand vom: 27.06.17


http://www.luftfahrtamt.bundeswehr.de/portal/poc/lufabw?uri=ci%3Abw.lufabw.buergerservice.militaerischerflugbetrieb.militaerischeluftraeume