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Allgemeines zu militärischem Flugbetrieb in Deutschland

Grundsätzlich geht es beim Fliegen darum, möglichst schnell und kostengünstig die Entfernung zwischen zwei Orten zu überwinden. Zivile Fluggesellschaften lassen Ihre Maschinen daher die kürzeste Route fliegen, und das in möglichst großer Höhe, wo Flugzeuge weniger Treibstoff verbrauchen, und somit Geld einsparen. Diesem Grundsatz der Effizienz folgt zunächst auch der militärische Flugbetrieb. Allerdings gelten für den Einsatz von Kampfflugzeugen und damit auch für das Training andere Vorgaben. Hier geht es um Schnelligkeit, extreme Flugmanöver, taktische Überlegenheit, Feuerkraft, usw.

Hier üben Besatzung und Maschine realitätsnahe militärische Szenarien wie Luftverteidigungseinsätze, Luftnahunterstützung, Tiefflüge, usw., um sie zu beherrschen. Die fliegenden Geschwader nutzen dazu die ausgewiesenen Übungslufträume in Deutschland, teilweise auch im internationalen Luftraum, insbesondere auf ausländischen Trainingsbasen (z. B. in den USA) oder bei internationalen Luftverteidigungsübungen. Für alle Flüge gilt als oberstes Prinzip die Sicherheit im Luftraum, der ressourcensparende Umgang mit Mensch und Material sowie möglichst geringe Beeinträchtigung von Umwelt und Bevölkerung. So lässt sich z. B. Fluglärm nicht vermeiden, aber er ist auf das unbedingt notwendige Maß zu reduzieren und nach Möglichkeit regional aufzuteilen, um nicht bestimmte Regionen übermäßig zu belasten.

Darüber hinaus werden Übungsvorhaben mit militärischem Flugbetrieb, auch im Zusammenwirken mit internationalen Streitkräften, grundsätzlich vorab angekündigt. Zum Teil werden militärische Luftfahrzeuge auch für zivile Aufgaben eingesetzt, z. B. für Erkundungsflüge zur Deichüberwachung bei Hochwasser, Aufklärungsflüge zur Personensuche oder Rettungseinsätzen. Ein Teil der in Deutschland eingesetzten Rettungshubschrauber wird von der Bundeswehr betrieben. Sie dienen primär der Suche und Hilfeleistung bei Unglücksfällen in der zivilen und militärischen Luftfahrt, werden aber auch regelmäßig zu zivilen Rettungseinsätzen angefordert. Die Besatzungen müssen in der Lage sein, auch nachts, bei schlechtem Wetter und in unwegsamem Gelände zu fliegen und verletzte Personen aufzunehmen – aus der Luft oder am Boden mit Landung in unbekanntem Terrain. Deshalb ist es unvermeidbar, Flüge mit diesem Einsatzprofil regelmäßig, unter realistischen Bedingungen, in schwierigem Gelände und auch zur Nachtzeit zu trainieren.

Der militärische Flugbetrieb unterliegt grundsätzlich denselben Gesetzen und Vorschriften wie der allgemeine zivile Flugbetrieb. Grundlage bildet das Luftverkehrsgesetz (LuftVG), das sowohl für militärische als auch für zivile Luftfahrzeuge gleichermaßen gilt und fortlaufend aktualisiert wird. Zur Erfüllung des militärischen Auftrages kann es notwendig sein, Sonderregelungen für die Bundeswehr bzw. internationale Streitkräfte in Anspruch zu nehmen, soweit es „unter Berücksichtigung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zur Erfüllung des Auftrages“ erforderlich ist. Diese basieren auf § 30 Abs. 1 LuftVG. Sie werden in Absprache mit dem Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung und dem Luftfahrtamt der Bundeswehr näher definiert und im „Militärischen Luftfahrthandbuch“ (MilAIP) sowie Dienstvorschriften festgehalten.

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Stand vom: 03.07.17


http://www.luftfahrtamt.bundeswehr.de/portal/poc/lufabw?uri=ci%3Abw.lufabw.buergerservice.militaerischerflugbetrieb.allgemeines